Wahlprüfstein 2014: Ehrenamt erhalten und ausbauen

Wie unterstützen Sie den Erhalt und den Ausbau der personellen ehrenamtlichen Ressourcen in den Hilfsorganisationen, die subsidiär staatliche Aufgaben für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung übernehmen? Welche Initiativen sollen gestartet werden, um ehrenamtliches soziales Engagement zu erhalten und auszubauen?

AfD

Wir haben von dieser Partei bzw. Gruppierung auf die gestellte Frage leider keine Antwort erhalten.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Hier sind die Einflüsse der Stadt begrenzt, da Regelungen wie die Freistellung für solche Tätigkeiten auf Bundes- und Landesebene getroffen werden. Zusätzlich werden die Ressourcen der Ehrenamtlichen auch dadurch begrenzt, dass es durch immer weitere Verdichtungen im Berufsleben immer weniger Möglichkeiten gibt, sich für die Gesellschaft einzubringen. Die Stadt als Arbeitgeber sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Beschäftigten gute Möglichkeiten für ihr Engagement geben. Als Oberbürgermeister werde ich zu dieser Frage schnell das Gespräch mit der Wirtschaft suchen. Ihr muss der Wert dieser Tätigkeiten vermittelt werden, damit auch sie für bessere Rahmenbedingungen sorgt.
Die Stadt muss darüber hinaus mit ihrem Büro für Bürgerschaftliches Engagement als zentraler Ansprechpartner für Freiwillige in allen Bereichen dienen und in engem Kontakt zu den Hilfsorganisationen stehen. An dieser Stelle würde ich mir eine intensivere Unterstützung von Vereinen und Verbänden wünschen.

CSM

Soweit eine Stadt dies leisten kann bzw. dafür zuständig ist, müssen die finanziellen Mittel und auch ein „Kümmerer“ dafür bereitgestellt werden. Rekrutierung von Nachwuchskräften ist aber vor allem Aufgabe der Organisationen selbst. Wenn Hilfe dafür benötigt wird, muss diese in Gesprächen definiert und soweit möglich von der Stadt umgesetzt werden.

CSU

Ehrenamt braucht Fürsprache und Werbung. Außerdem müssen die Angebote für freizeitliches Engagement attraktiv sein. Das bedeutet, dass wir als Stadt die Organisationen bei der Mitgliederwerbung und bei der Jugendarbeit unterstützen müssen. Gemeinsam mit den Organisationen entwickeln wir konkrete und organisationsspezifische Werbe- und Werbungskampagnen. Wir begleiten die Entscheidung von Menschen für das Ehrenamt bereits bei „Dienstantritt“ mit öffentlicher Würdigung“ und werben beim jeweiligen Arbeitgeber für Rücksicht und Unterstützung. Das sollte mit (auch übergeordneten) Imagekampagnen begleitet werden. Davon unabhängig arbeiten wir mit den Organisationen im Hinblick auf die Attraktivität der Ausstattung (Kleidung, Übungsräume, Gerät, Fahrzeug, Unterbringung bzw. Gerätehäuser) zusammen.

FDP

Die vielfältigen Möglichkeiten sich für unsere Gesellschaft zu engagieren sind manchem nicht bewusst. Den Menschen zu zeigen, wie sie sich und ihre Kompetenzen einbringen können, das kann die Politik in die Wege leiten. Dies kann durch Werbemaßnahmen in Medien erfolgen, aber auch durch einen Tag der Vereine, der in der Stadt gelebt wird und an Schulen und Universitäten genutzt wird, um für das ehrenamtliche Engagement zu werben. Ebenso kann die Politik beitragen, dass es einen verstärkten Erfahrungsaustausch zwischen den Vereinen gibt, wie man Menschen wir das Ehrenamt gewinnen kann.

Freie Wähler

Ich bin Mitglied der Steuerungsgruppe im Bündnis für Augsburg, das sich genau darum bemüht.
Drei Beispiele:
Es gibt den Neubürgerempfang, zu dem alle neuen Mitbürger eingeladen werden und in einem zwanglosen Rahmen über Engagementmöglichkeiten informiert werden.
Wir haben den Markplatz der Ideen, der wiederum einlädt und informiert.
Durch weitere Vernetzung sind diese Möglichkeiten einem noch größeren Publikum zugänglich zu machen.
Das Projekt „Change in“ versucht, schulartübergreifend, Jugendliche der 8. Klassen zu ermutigen, sich für 40 Wochenstunden sozial zu engagieren. Je mehr auch Hilfsorganisationen diese Möglichkeit nutzen und Möglichkeiten finden, Schüler in ihre Arbeit integrieren, desto größer die Chance, dass ein Schüler sich dauerhaft bindet.

Auf landespolitischer Ebene muss aber m. E. noch einiges geschehen:

Als Lehrerin war und bin ich gegen das G8. Kinder brauchen Zeit um sich zu entwickeln, aber auch Zeit, um sich zu engagieren. Ich hoffe sehr, dass die FW Erfolg haben werden und es zumindest die Wahlmöglichkeit gibt zwischen g8 und g9.

Die Anerkennung von Engagement im Rahmen von schulischer Leistungsanerkennung muss ausgebaut werden. Hier muss mehr geschehen, es muss vor allem systematisch erfolgen.
Ehrenamtliches Engagement darf und muss auch in einem Zeugnis sichtbar werden. Bisher geht das nur über eine Bescheinigung, aber viele wissen nicht um diese Möglichkeit.

Im Hinblick auf unsere Stadtgesellschaft, in der viele Menschen einen Migrationshintergrund haben, müssen Hilfsorganisationen auch im interkulturellen Kontext mit Qualifizierungs-angeboten gefördert werden.
Es gibt beispielsweise religiöse und kulturelle Besonderheiten im Umgang von Frauen und Männern. Dies ist für die Hilfsorganisation im Notfall weniger von Bedeutung, aber meist sind ja auch Angehörige beteiligt. Beispiel: Mund zu Mund Beatmung einer Muslima, Ehemann steht daneben…
Auf Reaktionen der Angehörigen sollten die Hilfsorganisationen vorbereitet werden durch Schulungen bzgl. interreligiöser und interkultureller Kompetenz.

Persönlich bin ich Mitglied bei den Maltesern und im Verein der FFW Inningen.
Ich war und bin stolz darauf, dass beide meiner Söhne meinem Rat gefolgt sind und sich wie ihr Vater in der FFW Inningen auch im aktiven Einsatz engagieren.

Im Fall der FFWs würde ich persönlich sehr früh in den Schulen werben und versuchen, Kinder möglichst früh für den aktiven Brandschutz zu interessieren.

Die Linke

Wir haben von dieser Partei bzw. Gruppierung auf die gestellte Frage leider keine Antwort erhalten.

ÖDP

Die ÖDP Augsburg freut sich über das überaus hohe Maß an ehrenamtlichen Engagement das von den in der Arbeitsgemeinschaft Augsburg Hilft zusammengeschlossenen Hilfsorganisationen zum Wohle Augsburgs erbracht wird. Nachdem in der ÖDP auf kommunaler Ebene alle Mitarbeit ebenfalls ehrenamtlich erfolgt, können wir sehr gut nachvollziehen, welch hohen Aufwand an Zeit und Energie dies der/dem Einzelnen oft abverlangt. Die Arbeit der Hilfsdienste ist aus dem Leben der Stadt nicht weg zu denken. Insofern kann die Bedeutung Ihrer Arbeit kaum zu hoch eingeschätzt werden.

Als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung ist nach Auffassung der ÖDP die „Ehrenamtscard“ durchaus geeignet. Hiermit könnten dann günstige Eintrittspreise in den städtischen Einrichtungen, verbilligte Karten für den Nahverkehr oder auch für Kinos verbunden sein.

Darüber hinaus werden wir den Erhalt der Strukturen des Rettungswesens nach Kräften unterstützen. Dazu gehört natürlich auch eine angemessene finanzielle Unterstützung durch die Stadt Augsburg. Hier wird sich die ÖDP den begründeten Forderungen seitens der Hilfsorganisationen nicht verschließen. Aus Sicht der ÖDP gehören zur Gegenfinanzierung die derzeit für Wirtschaftsansiedlungen aufgewendeten Mittel dringend auf den Prüfstand gehoben.

(Anmerkung: Die ÖDP hat zu allen Fragen die obenstehende Antwort mitgeteilt.)

Polit-WG

abc

PRO AUGSBURG

Wir glauben, dass sich die Politik möglichst wenig in die Belange des freiwilligen sozialen Engagements einmischen sollte und lediglich – wo nötig – die Rahmenbedingungen verbessern soll. Zum Beispiel bei der Zurverfügungstellung von ggf. fehlender Vereins- oder Betriebsräume. Die Hilfsorganisationen kommen von selbst, wenn es irgendwo hapert und haben nach meiner Beobachtung aufgrund des hohen sozialen Engagements immer ein Ohr bei der Politik gefunden und man suchte nach Lösungen. Auf dieser bilateralen Basis sollte auch künftig eine pragmatische Zusammenarbeit nach Bedarf stattfinden. Ganz zu schweigen von der bereits angesprochenen Anerkennungskultur, die mindestens genauso wichtig ist.

SPD

Augsburg hat sich unter der SPD-geführten Stadtregierung vor 2008 auf den Weg gemacht zu einer stärkeren Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements. Das wollen wir nach Jahren des Stillstandes fortsetzen. Unsere Politik ist darauf ausgerichtet, in jeder Form für bürgerschaftliches Engagement zu werben und damit insbesondere die Nachwuchssicherung der Vereine und Organisationen zu unterstützen. Daher unterstützen wir die Kampagne „Helft den Helfern“ und sind jederzeit gerne bereit uns über weitere konkrete Schritte miteinander auszutauschen.

Fragen an die Parteien und Gruppierungen zur Kommunalwahl 2014

Folgende Fragen haben wir an die Parteien und Gruppierungen versendet. Die Antworten erhalten Sie mit einem Klick auf die Frage.

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