Lieber Neubürger als Ehrenamtlicher: „Wertschätzung sieht anders aus, Anerkennung muss ehrlich und professionell sein.“ | Die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen kritisiert Gutscheinheft der Stadt Augsburg

„Gut gemeint, aber an der Zielgruppe vorbei“, meint Günter Gsottberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen, wenn er an das Gutscheinheft für Ehrenamtliche in der Stadt Augsburg denkt. „Allein bei den Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen sind in der Stadt Augsburg schon über 1.200 Ehrenamtliche aktiv. Die Auflage des Gutscheinheftes für die engagierten Augsburger reicht aber gerade einmal für 1.000 Menschen“, kritisiert Gsottberger die Aktion des Bündnisses für Augsburg. Gleichzeitig zeigt sich der Sprecher der über 40.000 Augsburger Mitglieder der Hilfsorganisationen überrascht, dass die Stadt währenddessen ein umfangreicheres Gutscheinheft für 5.000 Neubürger auflegt.

„Wir freuen uns wirklich sehr über die Versuche der Anerkennung durch die Stadt, sind aber verärgert über die handwerklichen Fehler des Bündnisses für Augsburg“, erklärt Günter Gsottberger. Denn über in die Inhalte des Gutscheinhefts sind die Ehrenamtlichen in der großen Mehrheit nicht glücklich. Man habe sich gerade auch nach der langen Zeit der Planungsphase – durchaus mehr erwartet. Und man wäre auch gerne bereit gewesen an der Idee mitzuwirken.
„So schön beispielsweise das Schaezlerpalais ist – doch wie viele Augsburger Ehrenamtliche können und wollen diesen Gutschein wirklich nutzen?“, fragt sich Gsottberger.

Darüber hinaus gibt er zu Bedenken, dass die Beantragung für die einzelnen Ehrenamtlichen und ihre Hilfsorganisation ein durchaus umfangreicher Verwaltungsakt ist. Die Arbeitsgemeinschaft hatte nach der Ankündigung des Bündnisses für Augsburg gehofft, dass ein attraktives, unbürokratisches Angebot geschaffen wird, nachdem man auf die in anderen Städten etablierte Ehrenamtscard wegen Kosten und Aufwand verzichtet hat. Man habe sich vorstellen können, dass die Gutscheine beispielsweise treuhänderisch an die Organisationen übergeben werden und diese nach ihrem Ermessen die Anerkennungsprämien an ihre verdienten Ehrenamtlichen verteilen.

„Es stellt sich die Frage, ob die Stadt mit ihrem Angebot wirklich zur Anerkennung beiträgt“, so Gsottberger. „Wir sind froh, dass sich unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer seit Jahren auch ohne solchen Dank hochmotiviert für Augsburg einsetzen.“ Aber ein gelungenes Dankeschön hätte sie sicherlich dennoch mehr gefreut als ein Gutscheinheft, das schlechter und noch dazu in geringerer Anzahl gemacht wurde als das für die Neubürger. Günter Gsottbergers Fazit ist zum Gutscheinheft fällt eindeutig aus: „Wertschätzung sieht anders aus, Anerkennung muss ehrlich und professionell sein – und wenn man Danke sagen will, dann darf das eben keine gefühlte Alibi-Aktion sein.“

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