Malteser und Johanniter feiern in Augsburg gemeinsam Johannisfeier Engagement mit Herz und Hand

Die soziale Bedeutung des Ehrenamtes  – in Zeiten steigender Anforderungen und sinkender staatlicher Unterstützung – stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Johannisfeier der Augsburger Malteser und Johanniter. Festredner Franz Maget, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, betonte die Unverzichtbarkeit des Ehrenamts für die Gesellschaft und riet den sozialen Institutionen zu mehr Selbstbewusstsein bei der Einforderung von Unterstützung durch die Öffentliche Hand.
Wie jedes Jahr begingen die Johanniter Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst gemeinsam das Johannisfest, das Geburtsfest ihres Ordenspatrons Johannes des Täufers. Nach einem ökumenischen Gottesdienst begrüßten Gertrud Streit-Doderer von den Johannitern und Günter Gsottberger von den Maltesern die Gäste im voll besetzten Augsburger Kolpingsaal.

Plädoyer für soziales Engagement

„Wir sind oft sprachlos, wenn wir sehen, dass zwar alle über das Ehrenamt reden, aber nur wenige auch etwas tun“, begann Wolf-Dietrich Graf von Hundt, ehrenamtlicher Leiter der Augsburger Malteser sein Plädoyer für soziales Engagement und griff damit das Motto der diesjährigen Johannisfeier „Alle reden über Ehrenamt“ auf. „Wir brauchen Menschen, die mit Herz und Hand anpacken und nachhaltig etwas verändern, und das sind in erster Linie unsere Ehrenamtlichen“.
Graf Hundt betonte die gute Zusammenarbeit mit den Johannitern und das Engagement jedes einzelnen Mitglieds, das gerade in Zeiten existenzieller Ängste und wirtschaftlicher Zwänge sehr wichtig sei. „Wir haben mit gestiegenen Anforderungen und sinkender Unterstützung durch die Öffentliche Hand zu kämpfen“, so von Hundt. Darunter fällt nicht zuletzt der Wegfall des Zivildienstes, auf den auch Festredner Franz Maget kritisch einging: „Man hätte mehr darüber nachdenken und eine richtige Idee für einen attraktiveren Freiwilligendienst entwickeln müssen“, so der Vizepräsident des Bayerischen Landtags.

Lob der Ökumenischen Eintracht

Neben seinem Lob der „ökumenischen Eintracht“ zwischen der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst, dankte er den vielen Ehrenamtlichen und auch den hauptamtlichen Mitarbeitern, die ebenfalls viele ehrenamtliche Stunden leisteten. Bei all den zeitlichen, finanziellen und anderen Belastungen der Ehrenamtlichen, war es ihm ein besonderes Anliegen, auf den Erfahrungsgewinn, der mit der Ausübung eines Ehrenamts verbunden ist, einzugehen. Es bringe nicht nur Last, sondern auch Anerkennung, eindrucksvolle Erlebnisse, erweitere den Horizont und fördere soziale Kompetenzen, so Maget, der an seinen eigenen Zivildienst erinnerte. „Und manchmal macht es auch einfach nur Freude, wenn man sieht, was man erreicht hat und man positive Rückmeldungen bekommt. Das muss erwähnt werden, weil daraus berechtigter Stolz bei den Ehrenamtlichen entstehen kann.“

Systemrelevanz der Hilfsorganisationen

Ohne soziale Institutionen wie die Johanniter und die Malteser würde die Gesellschaft zusammenbrechen, ist Maget überzeugt. Eine solche „Systemrelevanz“ werde auch den Banken zugeschrieben und damit deren teure Rettung in der Finanzkrise gerechtfertigt. „Auf die sozialen Institutionen kann ebenfalls nicht verzichtet werden, und darum sollten sie selbstbewusst staatliche Unterstützung einfordern“, riet der Vizepräsident des Bayerischen Landtags.
Mit einer heiteren Theater-Einlage über die Lebenswelt von Demenzkranken überraschten im Anschluss die Augsburger AH-Clowns die Gäste der Johannisfeier. Im Anschluss fand der sommerliche Abend bei einem gemeinsamen Abendessen und zahlreichen Gesprächen einen fröhlichen Ausklang.
vlnr. Günter Gsottberger (Malteser), Gertrud Streit-Doderer (Johanniter) und Franz Maget
vlnr. Günter Gsottberger (Malteser), Gertrud Streit-Doderer (Johanniter) und Franz Maget
Bild: epr
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