Tag des Notrufs 112 am 11.2.

Nachfolgenden Beitrag hat das Klinikum Augsburg zum Tag des Notrufs veröffentlicht – und auch die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen kommt zu Wort:

Im Notfall: 112 wählen

Am 11.2. ist der Europäische Tag der Notrufnummer 112

Das Ergebnis ist erschreckend: 82 Prozent der Deutschen wissen nicht, dass sie im Notfall an jedem Ort der Europäischen Union unter der Telefonnummer 112 Hilfe holen können. Das fand die Europäische Kommission in der Eurobarometer-Umfrage heraus. In Raum Augsburg sind die Rettungsdienste seit 2008 über die Integrierte Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr erreichbar, wie das Klinikum Augsburg und die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen zum Notruf-Tag aufmerksam machen: „Gerade bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute“, betont Notarzt Dr. Reinhard Fromme von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Augsburg.

Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin besetzt gemeinsam mit Ärzten aus den chirurgischen und internistischen Fächern weitgehend die Notarzt-Dienste auf den Einsatzfahrzeugen bei den Hilfsorganisationen in der Region, insbesondere am Notarzt-Standort direkt am Klinikum: „Hier zeigt sich das gute Zusammenspiel zwischen Klinikum und Rettungsdiensten“, so Günter Gsottberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen. Auch den Rettungskräften ist es ein Anliegen, dass bei medizinischen Notfällen die 112 gewählt wird. „Gerade erst in der vergangenen Woche wurde ich von einem Angehörigen angesprochen, seit wann es die alte Notrufnummer nicht mehr gibt“, erzählt Dr. Fromme. Die 112 als primäre Notrufnummer bei Feuer und medizinischen Notfällen ist noch nicht „so vergesellschaftet wie die die alte Rufnummer.“ Daher ist es auch wichtig, dass man regelmäßig – „am besten alle zwei Jahre“, so Gsottberger  – seine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischt. „So funktioniert die Rettungskette von Anfang an am besten“, bekräftigt Gsottberger. Nicht nur die wesentlichen Leitsymptome wie starke Brustschmerzen und Atemnot beim Herzinfarkt werden erklärt, sondern die Teilnehmer lernen auch die wesentlichen Grundlagen der praktischen Ersten Hilfe sowie den korrekten Notruf.

Doch nicht nur für Erwachsene sind Ärzte und Rettungskräfte da, sondern mit eigenem Personal und spezieller Ausstattung auch für die jüngsten Kinder. Am Klinikum Augsburg sind auch zwei Transportinkubatoren für Frühgeborene und schwer erkrankte Neugeborene stationiert, mit dem zwischen Krankenhäusern aus der Region Nordschwaben und Teilen des Allgäu jedes Jahr über 100 Kinder in die Kinderklinik Augsburg verlegt werden. Hinzu kommen auch gelegentlich Babys, die zu Hause geboren werden, weiß Dr. Harry Steinherr von der Kinderklinik Augsburg. „Die Rettungsdienste holen uns, ein Team aus Kinderarzt und Intensivpflegekraft, mit unserem Inkubator ab und bringen uns direkt zu den kleinen Patienten“, so Dr. Steinherr. Vor Ort kümmert sich das Team um die optimale Betreuung der jüngsten Patienten. Rund um die Uhr steht dieses spezielle Team in der Intensivstation der Kinderklinik in Bereitschaft. Als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe gehört das Klinikum mit seinem „Neugeborenennotarzt“ zu einem der größten Zentren in Bayern. „Zwar sind Einsätze bei Hausgeburten oder die Abholung von Neugeborenen aus Geburtshäusern selten, dennoch stellen wir hier die größtmögliche Sicherheit gemeinsam mit den Rettungskräften“, so Dr. Steinherr. Wenn der neue Rettungshubschrauber in Augsburg stationiert wird, kann auch das Angebot der Kinderklinik in der Luftrettung erweitert werden, was gerade bei Einsätzen in weiter entfernten Regionen einen besonderen zeitlichen Vorteil darstellt.

So ist schnelle Hilfe für Patienten egal welchen Alters garantiert – der Notruf unter 112 verbindet Erste Hilfe, Rettungsdienst und letztlich das Klinikum Augsburg mit dem einzelnen Patienten und die Mediziner untereinander.

Der Notarzt-Standort am Klinikum Augsburg

Der Notarzt-Standort Klinikum Augsburg wird durch Ärzte der Chirurgischen und Inneren Kliniken sowie durch die Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin besetzt. Während an Werktagen tagsüber hauptsächlich Klinikum-Personal als Notärzte im Einsatz ist, besetzen die Nächte sowie Wochenenden und Feiertage Ärzte aus dem Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung das Notarztfahrzeug. Dieses und den Fahrer stellt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mit der Stationierung in der Notaufnahme des Klinikums ab.

Die Ärzte der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin übernehmen etwa ein Drittel der Notarztdienste des Klinikums und haben jedes Jahr allein am Standort Klinikum etwa 6.500 Einsätze. Darüber hinaus übernimmt die Klinik die Organisation der monatlichen Notarztfortbildungen am Klinikum und besetzt den Intensivtransportwagen, eine „rollende Intensivstation“. Da die Notfallmedizin zu den Grundsäulen der Anästhesie gehört, wird auch der Erwerb der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ und weitere Qualifikationen vom Klinikum Augsburg unterstützt.

Die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen

In der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen haben sich der Arbeiter Samariter Bund, das Bayerische Roten Kreuz (BRK), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser Hilfsdienst (MHD) zusammengeschlossen. Das BRK, die JUH und der MHD sind am öffentlichen Rettungsdienst in Augsburg neben anderen privaten Unternehmen beteiligt.

Bildnachweis: Klinikum Augsburg / Ulrich Wirth

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