Nichts wird zu fast nichts – und dann wieder gestrichen! – Die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen ist verärgert über die Kürzung der finanziellen Zuschüsse der Stadt Augsburg

Mit Verärgerung haben die Vertreter der Augsburger Hilfsorganisationen Arbeiter Samariter Bund, Bayerisches Rotes Kreuz, Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst zur Kenntnis genommen, dass die Erhöhung der versprochenen Zuschüsse für die Ehrenamtlichen-Arbeit im Katastrophenschutz gekürzt werden sollen: „Wir haben schon immer fast nichts bekommen“, so Günter Gsottberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen (ARGE). „Jetzt wurde uns fast nichts statt nichts als Erhöhung der Zuschüsse und als Anerkennung der Ehrenamtlichen versprochen – um es nun wieder zu kürzen. Das können und wollen wir so nicht hinnehmen!“

In der ARGE haben sich die Vertreter der Augsburger Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um gemeinsam für ihre 42.000 Mitglieder, davon über 1.200 aktiv Ehrenamtliche, und vor allem für die Augsburger mehr zu erreichen. Organisationen wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft sind gemeinsam mit den anderen Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz in Augsburg tätig und stehen jederzeit für einen Notfall bereit. Die Organisationen erhalten zwar aus Bundes-, Landes- und kommunalen Mitteln eine Unterstützung, die aber „bei weitem nicht die realen Kosten deckt. Hier setzen wir gezielt Geld ein, dass wir an anderen Stellen erwirtschaften oder durch Beiträge unserer Fördermitglieder erhalten“, so Günter Gsottberger. Doch es liegt in der Hand des Staates und der Stadt, für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger von Augsburg zu sorgen. „Wir leisten gerne unseren Beitrag mit unseren Ehrenamtlichen“, erklärt Gsottberger, „aber wir brauchen ausgestattete und fortgebildete Helferinnen und Helfer, die in ihrer Freizeit für Augsburg da sind.“ Ohne Helm, Sicherheitsschuhe oder Einsatzkleidung kann kein Helfer helfen, ohne die regelmäßigen und kostspieligen Fortbildungen verlieren die Einsatzkräfte Wissen, das Leben rettet. Günter Gsottberger: „Das kann sich Augsburg nicht leisten, ihre Helferinnen und Helfer für Notfälle zu verlieren!“

Was die Ausstattung und Ausbildung eines ehrenamtlichen Katastrophenschützers kostet Kleidung (in Auswahl):

  • Sicherheitsschuhe bis zu 120 Euro
  • Sicherheitshelm bis zu 150 Euro
  • restliche Sicherheitskleidung (Hose, Jacke usw.) rund 300 Euro
  • Ausbildung (in Auswahl, Selbstkosten):
      Einsatzsanitäter-Ausbildung über 500 Euro

    • Rettungssanitäter-Ausbildung über 2.500 Euro
    • Gruppenführer-Ausbildung rund 1.000 Euro
    • jährliche Aus- und Fortbildungen zwischen 500 und 2.000 Euro nach Einsatztätigkeit

Nicht berücksichtigt wurden hier Kosten für Lagerhaltung, Mieten, Einsatzmaterial, Fahrzeugkosten und Betriebsstoffe, personelle Unterstützung, arbeitsmedizinische Untersuchungen, Gebühren u.v.m.

Was unsere Ehrenamtlichen für Augsburg und die Augsburger tagtäglich leisten…

Ehrenamtliche der Mitgliedsorganisationen der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Hilfsorganisationen sind nicht nur im Bevölkerungsschutz bei Katastrophenfällen aktiv, sondern auch in Schnell-Einsatz-Gruppen. Diese kommen immer dann zum Einsatz, wenn beispielsweise bei größeren Unfällen der öffentliche Rettungsdienst nicht mehr über ausreichende Kapazitäten verfügt. Aber auch im Rettungsdienst selbst werden bis zu 20 % der Hilfseinsätze durch Ehrenamtliche geleistet.

Weiterhin sind Ehrenamtliche im Sanitätsdienst ohne jegliche Bezahlung im Einsatz, wenn Großveranstaltungen und Events stattfinden. Sie sorgen dafür, dass hinter den Kulissen im Notfall alles reibungslos läuft, damit Veranstaltungsbesucher auf rasche Hilfe im Notfall zählen können.

Weitere Einsatzgebiete von Ehrenamtlichen gibt es in der Krisenintervention, in der Erste-Hilfe-Ausbildung, bei Wasserwachteinsätzen sowie in den vielfältigen Sozialen Diensten wie Alltagsbegleitung, Demenzkrankenbetreuung und noch vieles mehr. Ohne Ehrenamtliche – so muss das Fazit lauten – wäre unser Sozialgefüge gestört, Augsburg wäre ärmer und würde verlieren!

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